Mehr als die Hälfte dieses Umsatzes (370,5 Mio. Euro) konnte im zweiten Quartal generiert werden. Dass dieses Wachstum nicht nur auf positive Währungseffekte und die Bereinigung von Zukäufen zurückzuführen ist, wird beim Blick auf die Ebitda-Marge erkennbar. Deren Anstieg von 18,7% im Vorjahreszeitraum auf jetzt 22,8% ist ein deutliches Zeichen profitablen Wachstums. Entsprechend stieg das operative Ergebnis um 22,5% auf 150,7 Mio. Euro. Der Konzernegewinn kletterte gar um 38,9% auf 48,6 Mio. Euro. Die Aktie des MDAX-Konzerns schoss zwischenzeitlich um über 3% in die Höhe. Dass Röhrhoff das Ergebnis vor Journalisten als „sehr gut“ bezeichnet, verwundert nicht. Der weitere Ausblick ist ambitioniert: Im Jahresverlauf will er einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro erreichen. In der zweiten Hälfte werden die Düsseldorfer also noch eine Schippe drauflegen.

Vielleicht hat Röhrhoff die Hoffnung, dass die Nachfrage in den Schwellenländern wieder anzieht. Denn bei aller Freude über die guten Zahlen: Das Geschäft in den Emerging Markets verlief schleppend, was der CEO auf die Rezession in Brasilien zurückführt. Der Ausblick für Schwellenländer wie China sei hingegen stabil, weshalb er sich keine Sorgen um die dort getätigten Investitionen macht. Auch der Kauf eines Grundstücks für einen neuen Plastic Packaging Standort in Brasilien werde sich bezahlt machen. In Europa und Nordamerika, wo ein Werk für medizinische Kunststoffsysteme ausgebaut wurde, läuft es deutlich besser. Investitionen v. a. in die weltweite Produktion von Injektionsfläschchen und Karpulen baute Gerresheimer im zweiten Quartal auf 21,3 Mio. Euro aus. Denn die Nachfrage nach Pharma-Produkten reißt eben auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wie diesen nicht ab. Und Medikamente müssen immer verpackt werden.