Das operative Ergebnis der Segmente stieg im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 30% auf 296 Mio. Euro. Viele Analysten hatten sich nach der Prognose-Erhöhung jedoch mehr erhofft. Auch beim Umsatz ging es kräftig nach oben. Die Erlöse legten um 10% auf 1,7 Mrd. Euro zu. Einen großen Anteil an der derzeit guten Geschäftsentwicklung hat der Automobilbereich. Das Infineon-Segment Automotive, die größte Sparte des Konzerns, setzte im zweiten Quartal 17% mehr um und erzielte damit von allen Unternehmensbereichen das stärkste Wachstum.

Was die weitere Wachstumsstrategie anbelangt, kann sich Konzernchef Reinhard Ploss nach der gescheiterten Übernahme des amerikanischen Chipkonzerns Wolfspeed nun nach neuen Akquisitionszielen umsehen. Dabei stünden nach eigenen Angaben vor allem Zukäufe in den US A im Fokus. Egal, wie es kommt, eine nachlassende Umsatzdynamik ist nicht zu erkennen. Viele Marktkenner gehen davon aus, dass die Halbleiterbranche in diesem Jahr erstmals seit Langem wieder kräftig zulegen wird. Das Geschäft soll dabei vor allem von der Nachfrage nach Chips für Anwendungen im Auto (z. B. Fahrassistenzsysteme) und in der Industrie getragen werden.

Nach den Gewinnmitnahmen im Zuge der am gestrigen Donnerstag vorgestellten Q2-Bilanz, sollten sich die Blicke der Aktionäre nun schon auf das dritte Quartal richten. Das Infineon-Management geht von einer weiteren Verbesserung von Umsatz und Rentabilität aus, auch wenn sich die Wachstumsraten nicht in gleichem Maße fortsetzen dürften. An der erst Ende März erhöhten Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) wird jedoch nicht gerüttelt.