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Commerzbank zweifelt am „Geist des Dichtmachens“

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt © Commerzbank AG

_ Viele Volkswirte gehen 2021 unisono von einem zweigeteilten Jahr aus. Der Winter wird für viele Unternehmen bitter und die Wirtschaft dürfte in Deutschland und Europa schrumpfen. „Wir werden durch eine technische Rezession gehen“, so nennt es Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer in seinem Konjunktur- und Marktausblick, danach folgten ein „schöner Sommer“ und ein „goldener Herbst“. In Summe werde die Wirtschaft im zweiten Hj. stark wachsen und könnte spätestens Ende kommenden Jahres wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen.

Seinen Optimismus stützt Krämer dabei vor allem auf die Erfolge beim Corona-Impfstoff, der auch den Aktienmarkt weiter beflügeln dürfte. DAX-Stände von über 15 000 Punkten seien durchaus möglich, obwohl das Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt liegt. Den Jahresendstand 2021 prognostiziert Volkswirt Krämer deutlich tiefer bei 14 200. Wer aber glaubt, dass 2021 die außergewöhnlich lockere Geld- und Fiskalpolitik im Euroraum endet, dürfte sich irren. „Sogar 2022 bleibt unter Vollgas“, so Krämer. Konkret: Die Märkte bleiben abgekoppelt von den Fundamentaldaten und die politisch getriebene Vermögenspreisinflation geht weiter. So dürfte bspw. die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen in den kommenden zwei Jahren weiter im negativen Bereich notieren und nach Einschätzung der Commerzbank um die Marke von -0,5% schwanken.

Unterdessen haben Pandemiebekämpfung und Eindämmung ihrer wirtschaftlichen Folgen zu einer gestiegenen Akzeptanz der Rolle des Staates geführt. „Der wiedererwachte Glaube an den Staat begünstigt ein Klima, in dem die Wirtschaftspolitik noch lange im Corona-Modus bleibt, auch wenn der Einbruch des BIP wieder wettgemacht sein wird“, zeigt sich Krämer besorgt. Zudem hat sich der Commerzbank-Ökonom vom Staat mehr erwünscht und gehofft, dass die Regierung nicht zu sehr auf den Lockdown setzt. „Wir müssen weg vom Geist des Dichtmachens“, lautet denn auch Krämers Wunschstrategie, der sich nicht nur andere Volkswirte anschließen würden, sondern die mittlerweile auch in Teilen der Politik eine große Unterstützung findet.

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