Hotellerie und Gastronomie

Gastgewerbe ohne Personal

Auch im Bierzelt werden die Kellner knapp
Auch im Bierzelt werden die Kellner knapp © CCO

_ Nicht nur der Luftfahrt fehlt es zum Sommer an Mitarbeitern. Auch das Gastgewerbe ringt um helfende Hände. Anfang Juni beklagten rd. 60% der Betriebe einen akuten Mitarbeitermangel.

Der Neustart in der von Corona schwer gebeutelten Branche leidet darunter, wie Guido Zöllick, Präsident des Dehoga-Verbandes, in Berlin bilanziert. Die Gewerkschaft NGG spricht von einem „Stotterstart“ der Branche und ersten „Zwangsruhetagen“ in Betrieben, weil das Personal fehlt.

Dabei geben sich Hoteliers und Gastronomen durchaus wieder zuversichtlich. Seit April zieht die Nachfrage an. Um real 2,6% legten die Umsätze zum Vormonat März zu (April 2021: +138,%), meldet das Statistische Bundesamt. Zeitgleich vervierfachten sich die Gästeübernachtungen zum Vorjahr von 8,5 Mio. auf 35,7 Mio.. Es geht also erkennbar voran. Verglichen mit den Erlösen aus der Zeit vor der Pandemie klafft jedoch nach wie vor eine große Lücke (-24% zu Februar 2020). Insgesamt 74,9 Mrd. Euro an Umsatz habe die Branche von März 2020 bis 2022 verloren, rechnete Zöllick auf einer Dehoga-PK vor. Eine erfolgreiche Sommersaison wäre wichtig, um den Hotels und Restaurants auf die Beine zu helfen, zumal mit den inzwischen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach wieder angeheizten Corona-Sorgen die Furcht vor neuen Einschränkungen im Herbst steigt.

Dazu kommen darf es aus Sicht der Branche nicht. Von Berlin verlangt Dehoga-Chef Zöllick deshalb eine bestmögliche Pandemie-Vorsorge für das Winterhalbjahr. Absolute Priorität haben außerdem eine sichere und finanzierbare Energieversorgung, Maßnahmen zur Arbeits- und Fachkräftesicherung sowie eine dauerhafte MwSt von 7%. Denn schon heute bereiten Energiekosten (+85,6%), Lebensmittelpreise (+85,4%) und Personalkosten (+67,0%) den Betrieben die allergrößten Sorgen, wie eine aktuelle Dehoga-Umfrage hervorhebt. Die höheren Löhne freilich müssten lt. NGG-Chef Guido Zeitler zwangsläufig in Kauf genommen werden, um die in der Pandemie abgewanderten Fachkräfte zurückzugewinnen bzw. neue (auch aus dem Ausland) zu gewinnen.

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