Chemie

Merck – Pigmentgeschäft soll ins Schaufenster kommen

Mit dem Verkauf könnte CEO Stefan Oschmann mehr Flexibilität für andere Baustellen schaffen.
Mit dem Verkauf könnte CEO Stefan Oschmann mehr Flexibilität für andere Baustellen schaffen. © PLATOW

Größere Zukäufe sind bei Merck nach dem Kauf von Versum vorerst nicht geplant. In Sachen M&A könnte das Management dennoch aktiv werden. So soll der Pharmakonzern sein Pigmentgeschäft ins Schaufenster stellen, wie es aus Konzernkreisen heißt.

Erste Kontakte mit Finanzberatern und potenziellen Bietern soll es schon gegeben haben. In der Darmstädter Konzernzentrale wird das Thema auf Nachfrage nicht kommentiert, aber auf die jüngst angekündigte Investition in Surface Solution, eine der drei Geschäftsbereiche der schwächelnden Sparte Performance Materials, hingewiesen. Neben ästhetischen Lacken und Beschichtungen stellt Performance Materials Flüssigkristalle (Display Solutions) und Halbleitermaterialien (Semiconductor Solutions) her.

Tatsächlich hat Merck begonnen, die Kapazitäten am größten Produktionsstandort von Surface Solution für 28 Mio. Euro auszuweiten. Zu einer strategischen Rolle rückwärts könnten CEO Stefan Oschmann die 1,5 Mrd. Euro bewegen, die das Geschäft wert sein soll. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der wichtigste Kunde die globale Autoindustrie ist. Die bröckelnde Nachfrage der schwächelnden Branche ist bereits spürbar. Im Q3 wurden die 6% organisches Umsatzminus bei Surface Solution einzig durch Währungseffekte auf „nur“ -3,2% abgefedert.

Eigentlich, so hatte es Merck Ende 2017 beschlossen, sollte sich das Pigmentgeschäft noch stärker auf die Bedürfnisse ihrer Märkte ausrichten. Der Autosektor wurde als ein zentrales künftiges Geschäftsfeld definiert. Die trüben Aussichten des wichtigen Abnehmers könnte Oschmann zum Umdenken verleitet haben. Zumal ein lukrativer Verkauf mehr Flexibilität schaffen könnte, um Performance Materials weiter auf den Hoffnungsträger, die Halbleiter, zu münzen.

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