Zentralbank

EZB – Still ruht der See

EZB-Tower in Frankfurt
EZB-Tower in Frankfurt © CC0 Public Domaine

_ Die dritte Corona-Welle hat Deutschland und die Eurozone fest im Griff. Statt Lockerungen drohen weitere Einschränkungen. Die Finanzmärkte scheint das aber nicht zu beunruhigen. Im Gegenteil:

Am Freitag erklomm der DAX ein neues Allzeithoch. Das von US-Präsident Joe Biden durchgepaukte 1,9 Billionen US-Dollar schwere Konjunktur-Paket, von dem auch die deutsche und europäische Exportindustrie profitieren wird, und die Beschleunigung der Impf-Kampagne nähren an der Börse den Konjunktur-Optimismus. Die Risiken für den Wachstumsausblick in der Eurozone halten sich inzwischen mehr die Waage, ließ EZB-Präsidentin Christine Lagarde kürzlich auf der virtuellen IWF-Frühjahrstagung verlauten.

Auch der Renditeanstieg auf den Kapitalmärkten, der seit Jahresbeginn für einige Nervosität sorgt, hat sich zuletzt etwas beruhigt. Lagarde dürfte das auf der EZB-Ratssitzung am kommenden Donnerstag (22.4.) als Erfolg der im März beschlossenen Tempoverschärfung bei den Anleihekäufen im Rahmen des Pandemie-Notkaufprogramms PEPP verkaufen. Damit haben sich die von der EZB in den Fokus genommenen Finanzierungsbedingungen für Staaten, Unternehmen und die privaten Haushalte entspannt. Die Inflation im Euro-Raum kletterte im März mit 1,3% auf den höchsten Stand seit Januar 2020. Anlass zur Beunruhigung ist das für die EZB allerdings noch nicht.

Der EZB-Rat wird am Donnerstag denn auch seinen aktuellen geldpolitischen Kurs bestätigen und zugleich erneut betonen, dass weiterhin alle Optionen und Instrumente auf dem Tisch liegen. Die Diskussion um eine Verlängerung des im zweiten Quartal deutlich erhöhten Anleihekauf-Tempos wird erst auf der Juni-Sitzung entbrennen. Sollte sich bis dahin abzeichnen, dass die Impf-Fortschritte in der Eurozone eine baldige Öffnung der Wirtschaft erlauben, dürfte eine Fortsetzung der erhöhten PEPP-Anleihekäufe im EZB-Rat auf zunehmenden Widerstand stoßen. Eine Beibehaltung des bisherigen Kauf-Tempos im dritten Quartal ist keineswegs ein Selbstläufer.

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