Personalie

Knorr-Bremse – Wer kann Thiele und Mangold genügen?

Unternehmenszentrale Knorr-Bremse
Unternehmenszentrale Knorr-Bremse © Knorr-Bremse AG

_ In Corona ist kaum einer so präsent wie Heinz Hermann Thiele (79). Nach kurzem Abstecher in den „Ruhestand“ läuft der elffache Milliardär nun seit Wochen zu Hochform auf. Erst bei der Lufthansa, wo er als größter Einzelaktionär (15,5%) das Onboarding des Bundes für Chef-Lufthanseat Carsten Spohr zur Zitterpartie machte, und jetzt bei „seinem“ Bahn- und Nutzfahrzeugzulieferer Knorr-Bremse, wo er mit AR-Chef Klaus Mangold (77) Vorstandschef Bernd Eulitz (ex-Linde) nach nur zehn Monaten an die Luft setzt.

Nun müssen die beiden alten Herren erneut auf Kandidatensuche gehen. Doch wer kann und will die Bürde unter diesen beiden wachsamen Augen-Paaren, die das MDAX-gelistete Unternehmen sehr einvernehmlich beaufsichtigen, überhaupt tragen? Patriarch Thiele, nach kurzer Pause zurück im AR, bestimmt seit 35 Jahren und hält noch 65%.

Der Kandidaten-Pool dürfte überschaubar sein. Das nicht nur, weil Corona gute Manager anderswo an ihre Posten bindet. Vor Eulitz war bereits Vorgänger Klaus Deller am hohen Anspruch gescheitert und musste im Mai 2019 gehen. War es damals die große Führungsdominanz des einst engen und langjährigen Vertrauten, die Thiele missfiel, fehlte es dem erklärten Teamworker Eulitz nach Aussagen von Oberaufseher Mangold am Führungswillen. Obwohl die Trennung in München offiziell „einvernehmlich“ erfolgt, hatte bereits Thieles Wiedereinzug in den AR im Juni auf heftige Querelen hinter den Kulissen hingedeutet. Mit Mangolds harschem Urteil über Eulitz‘ Führungsstil gewinnt das Bild jetzt an Farbe.

Ein neuer Kopf muss her, auch wenn bereits darüber geunkt wird, wofür es diesen angesichts des eingespielten mittleren Managements, das Knorr-Bremse operativ erstaunlich gut durch die Krise bringt, überhaupt noch brauche. Die übrigen Investoren sehen das sicher anders und hätten die von Thiele beim IPO zugesicherte „Stabilität und Kontinuität“ angesichts der Corona-Unsicherheit gewiss lieber heute als morgen. Immerhin sitzt auch der neue CFO Frank Weber erst seit Monatsanfang auf seinem Posten. Dass der restliche Vorstand Übung im Überbrücken eines Führungsvakuums hat, gibt Thiele und Mangold Zeit, gründlich nach einem ihnen genehmeren Führer zu suchen. Zu lange sollte das aber auch nicht dauern.

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