Automobilwirtschaft

Auto Shanghai 2019 – Eifriges Klinkenputzen bei den Chinesen

Die Autokönige reisen geschlossen nach China, um ihre wichtigste Kundenbasis zu umgarnen.
Die Autokönige reisen geschlossen nach China, um ihre wichtigste Kundenbasis zu umgarnen. © Volkswagen

In der Automobilindustrie richten sich die Blicke dieser Tage gebannt nach Fernost, wo der weltgrößte Automarkt seit einem Dreivierteljahr schwächelt. Überflieger VW hat in China bereits von der Überholspur in den Rückwärtsgang gewechselt. Auch im März gaben die Verkaufszahlen der Wolfburger Markengruppe um 9,4% nach, wie VW am Freitag mitteilte. Besser läuft es bei Daimler (+5,6%) und BMW (+12,5%), die auf dem zu Jahresbeginn zweistellig, im März noch um 5,2% rückläufigen Automarkt Gas geben. Der Zeitpunkt für ihre Aufholjagd ist günstig, beginnt diese Woche im Reich der Mitte doch die Auto Shanghai (18. bis 25.4.), größter Autosalon der Welt, noch vor der deutschen Prestige-Messe IAA.

Starke Absatzzahlen in Gepäck machen in Stuttgart und München denn auch Mut, dass ihre Neuheiten bei den Chinesen wieder mehr Anklang finden werden. Im Fokus der China-Schau stehen Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, Autonomes Fahren und Connected Cars. Allesamt Stärken der deutschen Ingenieure. Entsprechend groß trumpfen die Konstrukteure in Shanghai auf. Bei Audi stehen Weltpremieren für gleich zwei E-Autos an, darunter der für den chinesischen Markt entwickelte Audi Q2L e-tron und ein vernetztes Fahrzeug. Premium-Rivale BMW geht mit der neuen BMW 3er Limousine an den Start und bei Mercedes feiern gleich vier neue Modelle ihr China-Debüt. Die deutsche Bühne scheint damit bestens bereitet. Doch das Setting ist schwierig. Nicht ohne Grund gilt 2019 als herausforderndes Jahr. Der globale Konjunkturmotor stottert und Donald Trumps Handelskrieg schürt weltweit Verunsicherung in der verflochtenen Branche.

Und so reisen mit den deutschen Herstellern und Zulieferern – darunter Bosch, ZF, Conti und Rheinmetall – viele Sorgen in die Volksrepublik mit. Besonders das Zuliefererfeld ächzt unter der aktuellen Verkaufsschwäche in China, Europa und den USA. Stellenabbau und erste Werksschließungen sind die Folgen. Shanghai soll nun die Wende einläuten. Zuversicht verströmt der chinesischen Autoverband CAAM, der mit der neu eingeführten Mehrwertsteuersenkung in China eine belebtere Nachfrage für Juli und August in Aussicht stellt.


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