PLATOW-Jubiläum

PLATOW-Jubiläum – Plädoyer für eine freie Presse

Mit einem Zitat der Journalisten-Ikone Wolf Schneider beschrieb Uwe Fröhlich, was die Arbeit eines Autors (auch) ausmacht: „Bei jedem Text muss sich einer quälen – entweder der Absender oder der Empfänger. Es ist besser, der Absender quält sich.“

Demnach dürfte sich der Co-Vorstandschef der DZ Bank beim Verfassen seiner Festrede zum PLATOW-Jubiläum sehr gequält haben, denn das Publikum im Kaisersaal des Frankfurter Römer – „tout Frankfurt“, wie ein einheimischer Gast bemerkte, und zahlreiche bekannte Gesichter von außerhalb – lauschte mit Genuss, als Fröhlich einen ganz großen Bogen schlug: von der Verlagsgründung durch Robert Platow im zerbombten Hamburg 1945, die auch Chefredakteur Frank Mahlmeister in seinem Vortrag über Geschichte und Gegenwart des Verlags schilderte, bis zu diesem sonnigen Mittwoch (11.5.) in Frankfurt, PLATOW-Heimat seit 1969, an dem das Jubiläum mit Corona-bedingten zwei Jahren Verspätung gefeiert wurde.

Die bürgerliche Freiheit, die das Frankfurter Rathaus wie kaum ein anderer Ort verkörpert, nahm Fröhlich zum Leitmotiv. Informations- und Pressefreiheit als Voraussetzung jedes funktionierenden Gemeinwesens, entgegen allen Einschüchterungsversuchen etwa in Russland und China; politische und unternehmerische Freiheit als Errungenschaft, die gegen äußere Bedrohungen, aber auch gegen zu kurz gedachte Einzelinteressen verteidigt werden muss; Freiheit schließlich als Maxime für langfristiges Denken und verantwortliches Handeln, das künftigen Generationen ihre eigene Freiheit lässt.

Bei PLATOW selbst ist die nächste Generation bereits mit am Ruder: Herausgeber Albrecht F. Schirmacher kündigte in seiner Ansprache an, die Geschäftsleitung perspektivisch an seinen ältesten Sohn Jorg Schirmacher zu übergeben. Bleiben werden in jedem Fall der typische PLATOW-Stil und die spezielle Art der Lesernähe, die Fröhlich so beschrieb: „Als Abonnent des PLATOW Briefs wird man dreimal pro Woche zu einer Mahlzeit eingeladen. Aber man weiß immer erst beim Griff zum Besteck, ob man nicht diesmal vielleicht selbst die Mahlzeit ist.“

Von diesem Rezept wird die PLATOW-Redaktion auch in Zukunft nicht abweichen. Wir wünschen Ihnen, unseren treuen Lesern, einen gesunden Hunger auf Neuigkeiten – für weitere 75(+x) Jahre.

Einen Rückblick auf die Jubiläumsfeier finden Sie auch unter https://bit.ly/38pA6Tt

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