Lieferdienst

Delivery Hero schüttelt Startup-Image endgültig ab

Nicht nur mit Tochter Foodora (siehe: Foto) startet Delivery Hero durch. Das Jungunternehmen wird jetzt auch zum Wagniskapitalgeber.
Nicht nur mit Tochter Foodora (siehe: Foto) startet Delivery Hero durch. Das Jungunternehmen wird jetzt auch zum Wagniskapitalgeber.

_ Mit dem Aufstieg in den DAX im vergangenen August als Nachrücker für das Skandal-Unternehmen Wirecard krönte der Lieferkonzern Delivery Hero kaum zehn Jahre nach Gründung seine Wachstumsstory. Nun schüttelt das einstige Startup die letzten Reste des Gründerimages ab und wird vom Jungunternehmen zum professionellen Wagniskapitalgeber. Delivery Hero setzt eine eigene Venture Capital-Einheit auf. 50 Mio. Euro stehen für DX Ventures bereit.

Als DAX-Schwergewicht gehört es fast zum guten Ton, eigene VC-Einheiten zu etablieren. Henkel, Fresenius, Allianz, Beiersdorf und Daimler machen es vor. Ganz uneigennützig ist das Engagement von Delivery Hero aber nicht, auch wenn DX Ventures-Chef Duncan McIntyre betont, in erster Linie die reichhaltige Erfahrung mit Gründerthemen weitergeben zu wollen. So legen die Berliner denn auch großen Wert darauf, in jene Bereiche zu investieren, die das Kerngeschäft tangieren und durch die Investments „langfristige Partnerschaften“ aufzubauen.

Das Ökosystem „Lebensmittellieferung“ ist vielfältig, nimmt mit der wachsenden Digitalisierung ohnehin stark zu und hat durch Corona zusätzlich an Wachstumsdynamik gewonnen. Das will sich Delivery Hero zunutze machen und im Startup-Sammelsurium aus den Bereichen Online-Supermärkte, On-Demand-Bestellung, Lebensmitteltechnologie und Logistik zukunftsweisende Innovationen schnellstmöglich (in der Frühphase) erkennen. Die 50 Mio. Euro dürften lediglich das Startkapital sein. In der Vergangenheit habe Delivery Hero in mehreren Einzelaktionen bereits 500 Mio. Euro in Minderheitsbeteiligungen gesteckt, erklärt der Konzern. Diese M&A-Teams bündeln ihre Kompetenz nun in dem neuen Investmentarm.

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