Geldanlage

Sogar Aktienhandel zum Nulltarif

Aktienhandel muss nicht teuer sein.
Aktienhandel muss nicht teuer sein. © BdB

Als Antwort auf das Niedrigzinsumfeld haben die ersten Banken bereits Negativzinsen für Privatkunden eingeführt. Andere erwägen sogar, diese auszuweiten, sollte die EZB den Einlagezins weiter senken.

Einige Sparkassen haben nun neue Wege des Geldverdienens gefunden und bitten ihre Kunden sogar für Lastschriften vom eigenen Konto zur Kasse, wenn diese eine bestimmte Anzahl überschreiten. In einem konkreten Fall werden ab der 16. Lastschrift – Daueraufträge sind nicht mit inbegriffen – 0,10 Euro fällig. Damit kommt im Zeitalter des bargeldlosen Bezahlens und des Online-Shoppings ein schönes Sümmchen zusammen. Doch werden sich die Kunden sehr genau überlegen, wie lange sie das mitmachen.

Denn kostenlose Girokonten sind bei vielen Direktbanken gang und gäbe. Einige Fintechs setzen noch einen drauf und bieten Aktienhandel zum Nulltarif an – ohne Kommission, ohne Provision. Geld verdienen sie über die Spreads der bei ihnen ebenfalls handelbaren Derivate, wie uns Dennis Austinat, DACH-Chef von eToro, im PLATOW-Gespräch erläutert. Seit April können die weltweit rd. 11 Mio. registrierten eToro-User über die App auch Einzelaktien handeln, aber jedes Papier ebenfalls mit einem Hebel erwerben. Das in Israel gegründete Fintech mit EU-Lizenz aus Zypern macht auch einzelne Portfolios verschiedener Branchen, wie z. B. Drohnenhersteller, investierbar. Oder Kunden stecken ihr Geld in die Strategie anderer eToro-Investoren, wenn sie von diesen überzeugt sind. Mithilfe von Kommentarfunktionen finden teils lebhafte Diskussionen über Anlagemöglichkeiten oder die Marktentwicklung statt. Austinat spricht etwas pathetisch von der „Demokratisierung der Geldanlage“.

Aber eToro ist mit diesem Modell nicht allein am Markt. Revolut aus London bietet ebenfalls kostenloses Online-Trading an. Mit diesem Geschäftsmodell könnten die Fintechs einen Nerv bei Anlegern treffen und auch der angeschlagenen Aktienkultur in Deutschland auf die Sprünge helfen. In jedem Fall zeigen sie, dass die Gebührenmodelle klassischer Banken einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Sparkassen und Volksbanken werden sich überlegen müssen, wie sie v. a. junge Kunden gewinnen bzw. halten wollen. Allein mit dem Service-Argument wird das nicht gehen. Und auch im Kreditgeschäft gibt es längst günstigere Alternativen.

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