Luftfahrt

Alitalia – Rom zerstreut Gerüchte über Fristverschiebung

Zur Zukunft der Papst-Airline gibt sich Italiens Wirtschaftsminister Luigi Di Maio siegessicher.
Zur Zukunft der Papst-Airline gibt sich Italiens Wirtschaftsminister Luigi Di Maio siegessicher. © Alitalia

Mit dem Sieg der Populisten in Rom sollte die Rettung von Alitalia eigentlich beschlossene Sache sein. Um jeden Preis will die Koalition verhindern, dass die insolvente Stammairline des Papstes das gleiche Schicksal ereilt wie Air Berlin. Zerschlagen und verscherbeln ist für Wirtschaftsminister Luigi Di Maio keine würdige Option für die ehemalige Nationalairline.

Diese Ambition mündete nicht nur in einem durch verschobene Fristen in die Länge gezogenen Rettungsprozess. Das politische Engagement hat auch lukrative Interessenten wie Lufthansa verschreckt. Der Wunschkandidat Di Maios ist die italienische Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) als Ankerinvestor einer „neuen Alitalia“ mit 51% Beteiligung. Für den Rest könnte die Staatsbahn mit anderen Airlines paktieren. Als heißer Kandidat wird die US-Gesellschaft Delta gehandelt.

Lange war es still um die Pläne Di Maios. Nun zeigt sich der Minister siegessicher, spricht vom „Endspurt“. Noch diese Woche sollen wichtige Pfeiler zur Rettung Alitalias aufgestellt werden, betont Di Maio. Aus Insiderkreisen war erst tags zuvor durchgesickert, dass Rom erneut die am 15. Juni auslaufende Frist verlängern müsse.

Für Di Maio ist eine erfolgreiche, nationale Rettung der Airline wichtig, schmetterte die Regierung in Rom doch von Beginn an einen rüden Umgang wie mit Air Berlin ab und verspricht, dass keine der 11 600 Stellen wegfallen solle. Noch dringlicher ist ein Ende des zähen Insolvenzfalls für Di Maio aus Kostensicht. Alitalia, ebenfalls wie einst Air Berlin, fliegt nur noch dank eines staatlichen Brückenkredits. Die Finanzspritze summiert sich auf mittlerweile 900 Mio. Euro (Air Berlin: 150 Mio. Euro).

Nun wurde die Rückzahlungsfrist im Dezember vergangenen Jahres ebenfalls um weitere sechs Monate verschoben, zum Missfallen der EU-Kommission, die Italien an die maximal erlaubte Kreditdauer von sechs Monaten erinnerte und ein Prüfverfahren anstieß. Noch mal verschieben kann Di Maio die Kreditfrist also nicht, Stichtag ist auch hier Juni (30.6.). Für den Minister ist es daher äußerst wichtig, seinen siegessicheren Worten nun auch Taten folgen zu lassen.


Weitere Empfehlungen der Redaktion

Ihr Webbrowser ist veraltet!

Aktualisieren Sie Ihren Webbrowser, um diese Website korrekt anzuzeigen. Webbrowser jetzt aktualisieren

×