US-Wahlen

US-Demokraten – Bloomberg will Kandidatenfeld aufrollen

Weißes Haus
Weißes Haus © Platow

Eine Mehrheit von 56% der registrierten US-Wähler erwartet, dass sich Donald Trump bei der Präsidentenwahl in einem Jahr eine zweite Amtszeit im Weißen Haus sichern kann. Sogar mehr als ein Drittel (35%) der Anhänger der Demokraten sehen das ebenso.

Es mögen solche Umfragewerte sein, die den ehemaligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg bewogen haben, nun doch in das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur einzusteigen. Noch im Frühjahr hatte sich der Gründer des nach ihm benannten Finanzmedien-Konzerns bewusst gegen eine Kandidatur für das höchste US-Staatsamt entschieden, um dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden nicht in die Quere zu kommen. Doch mittlerweile ist der Favorit im demokratischen Kandidatenfeld schwer angeschlagen und liegt in den Umfragen mehr oder weniger gleichauf mit der linken Senatorin Elizabeth Warren, die als Schrecken der Wall Street gilt. Biden steht im Mittelpunkt einer Schmutzkampagne Trumps, die von den Demokraten als Anlass für die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens (Impeachment) gegen den US-Präsidenten dient, aber auch ihn beschädigt.

Noch hat Bloomberg seine Kandidatur nicht offiziell bestätigt, er soll aber bereits vorfühlen, ob er auf die Unterstützung der demokratischen Parteiführung hoffen kann. Der Milliardär, der seinen Wahlkampf komplett aus der eigenen Tasche finanzieren will, glaubt nicht, dass die bislang rund 15 demokratischen Kandidaten eine realistische Chance haben, Trump im nächsten Jahr aus dem Weißen Haus zu fegen. Der von den Republikanern zu den Demokraten konvertierte Bloomberg, der als politisch moderat gilt, zielt mit seiner Kandidatur auf die Wechselwähler, die bei der Präsidentenwahl im November 2020 als Zünglein an der Waage gelten. Mit seinen 77 Jahren ist Bloomberg sogar älter als Biden (76) und Trump (73).

Der Medienunternehmer gilt zwar als gut vernetzt, über eine starke Hausmacht in Washington verfügt er allerdings nicht. Das muss aber kein Nachteil sein, wie Trump bewiesen hat. Ein Selbstläufer dürfte seine Kandidatur jedoch keineswegs werden. In den Umfragen, die auch für die Teilnahme an den TV-Debatten der Demokraten wichtig sind, spielt Bloomberg bislang keine Rolle. Auch macht es die Polarisierung zwischen Demokraten und Republikanern gemäßigten Kandidaten nicht leicht, die Anhängerschaft der eigenen Partei bei den anstehenden Vorwahlen, die auch Bloomberg bestehen muss, zu begeistern.

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