Landwirtschaft

Zucker – Auch die Rübe wird öko

Zuckerrüben-Kampagne
Zuckerrüben-Kampagne © Nordzucker AG

Seit zwei Jahren ist die Rübenkampagne für die heimischen Produzenten kein Zuckerschlecken mehr. Das Wetter spielte nicht so mit, wie es die Bauern gerne hätten. Und zu den erschwerten Bedingungen bei der Ernte gesellten sich seit dem Ende der EU-Zuckermarktverordnung verschärfte Verkaufsbedingungen. Nun stehen die Hersteller erneut in den Startlöchern.

Anfang der Woche fuhr Branchenprimus Südzucker die Maschinen in den ersten Fabriken hoch, beim Rivalen Nordzucker geht es am 13.9. los. So ähnlich das Geschäftsmodell der Kontrahenten, so unterschiedlich ist ihr Ausblick: Südzucker wagt kaum, eine Prognose abzugeben. Abzusehen ist immerhin, dass die Ernte weniger als die 4,7 Mio. t Zucker des Vj. abwerfen wird, bestätigt uns ein Sprecher. Regen habe es zwar gegeben, aber die flächendeckende Trockenheit im Frühjahr hat die Ausgangsbedingungen bei Südzucker erschwert. Diesen Pessimismus teilt Nordzucker nicht. Hier sollen die Erträge das Vorjahresniveau von 2,4 Mio. t erreichen.

Auf die neue verschärfte Marktsituation und die zunehmend schwieriger vorhersehbaren Wetterkapriolen reagieren die Hersteller nicht nur, indem sie in exportorientierte Logistik investieren, die Expansion über die europäischen Grenzen hinaus wagen oder ins neue Feld der Zuckerrohrproduktion vordringen. Ganz im Einklang mit der Debatte über Nachhaltigkeit wird sukzessive auch in die ökologische Rübenverarbeitung investiert. Das bedeutet zwar mehr Arbeit für die Bauern, da bei der Unkrautvernichtung mechanisch statt chemisch vorgegangen wird, bringt aber höhere Verkaufserträge.

Noch ist die grüne Rübe ein zartes Pflänzchen, die bei Südzucker kaum 5%, bei Nordzucker nur rd. 1% der Gesamtproduktion ausmacht. Der schnelle Öko-Durchbruch sei auch nicht zu erwarten, heißt es aus Mannheim. Gleichwohl steige langsam die Nachfrage, betont Braunschweig. Denn bio ist „in“ und regional produzierter Biozucker passe deutlich besser zum nachhaltigen Konsumverhalten als das Äquivalent aus Zuckerrohr, das erst um die halbe Welt geschifft werden muss.

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