Rückversicherer

Zinswende überrumpelt Munich Re

Die Zinswende drückt bei Munich Re die Kapitalanlage.
Die Zinswende drückt bei Munich Re die Kapitalanlage. © Munich Re - Foto Marcus Buck

_ Im operativen Geschäft könnte es aktuell kaum besser laufen für Munich Re. CFO Christoph Jurecka berichtet zum Q1 von weiter steigender Nachfrage in einer zunehmend unsicheren Welt. Gleichzeitig fokussierten sich Kunden auf kapitalstarke Rückversicherer. Sogar das Alternative Capital, sprich Kapitalsammelstellen, die sich in den vergangenen Jahren wegen fehlender Alternativ-Anlagen mit Kampfpreisen in den Markt eingekauft hatten, würden sich aktuell sehr diszipliniert verhalten.

So kommt es, dass Munich Re trotz des Ukraine-Krieges in der Schaden/Unfall-Rückversicherung deutlich zugelegt hat. Das Ergebnis kletterte dort von 265 Mio. auf 866 Mio. Euro. Ein starker Dollar, kaum Großschäden (Kriegsfolgen sind bis auf Ausnahmen etwa bei Aviation nicht versicherbar) und nominal steigende Preise taten ihr Übriges. Rückschläge in der Leben-Rückversicherung, wo die Omikron-Variante wegen zahlreicher Todesfälle in den USA für ein negatives technisches Ergebnis sorgt, wurden so ausgeglichen, ebenso wie der Ergebnisrückgang bei Ergo. Dort ziehen die Schäden etwa in der Reiseversicherung wieder an.

Die Jahresprognose (3,3 Mrd. Euro Gewinn) bestätigte Jurecka denn auch. Dass der Q1-Gewinn nicht besser ausfiel (+2% auf 607 Mio. Euro), liegt am Kapitalanlageergebnis. Hat es in den vergangenen Jahren regelmäßig den Gewinn gestützt, sank es jetzt um 0,7 Mrd. auf 1 Mrd. Euro. Neben Abschreibungen auf russische und ukrainische Anleihen (netto 370 Mio. Euro) hat Jurecka vor allem die Zinswende einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar werde man langfristig von steigenden Zinsen profitieren, erst einmal sinken aber die unrealisierten Gewinne. Jurecka hatte den Zinsanstieg so nach eigenen Angaben denn auch nicht erwartet.

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