Ölpreis

Ölkonzerne – Drohnenangriff auf Saudi Aramco ist nicht das Problem

Ölkonzerne – Drohnenangriff auf Saudi Aramco ist nicht das Problem
© CC0 Public Domaine

Der Ölpreis befindet sich seit einiger Zeit in einer rasanten Abwärtsbewegung. Für viele Beobachter ist das Tempo doch etwas überraschend. Dabei ist der Angriff auf die Öl-Anlagen von Saudi Aramco in Saudi-Arabien gerade mal drei Wochen her (14.9.), wodurch auf einen Schlag 5,7 Mio. Barrel Öl pro Tag an Förderkapazität ausgefallen sind und das wertvollste Unternehmen der Welt hart getroffen hat.

Kostete die Nordseesorte Brent nach dem verheerenden Drohnenangriff auf die Öl-Pipelines der Saudis noch 64,80 US-Dollar je Barrel, liegt der Preis aktuell wieder bei 58,10 Dollar. Das schwarze Gold ist jetzt sogar günstiger als noch vor den Angriffen, wo an den Rohstoffmärkten noch ein Preis von 60,30 Dollar aufgerufen wurde. Seit dem Jahreshoch bei knapp 75 Dollar im April hat der Ölpreis mittlerweile über 22% eingebüßt, aber immerhin noch ein Plus von gut 6% seit Jahresbeginn. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Minus gar über 32%. Diese negative Entwicklung zeigt, dass noch sehr viel mehr als nur die Geschwindigkeit, mit welcher die Saudis die Zerstörung an ihren Anlagen wieder hergestellt haben, hinter dem schnellen Preisverfall stecken muss. Auch wenn sich die Ölpreise Ende vergangener Woche vorübergehend wieder etwas erholt haben, schwebt über dem Gesamtbild die schwächelnde globale Wirtschaft dämpfend über dem Ölmarkt. An der Konjunkturfront ist auch künftig keine Besserung in Sicht.

So befinden sich Mineralölkonzerne derzeit in einer verzwickten Situation. Einerseits sind viele der börsennotierten Öl-Giganten durchaus verlässliche Dividendenzahler, andererseits belastet auch hier der Handelskonflikt, der insbesondere konjunkturelle Sorgen schürt und möglicherweise noch niedrigere Ölpreise bringen dürfte. So hat vergangene Woche mit ExxonMobil ein erster prominenter Ölakteur mit einer Gewinnwarnung im Q3 den aktuellen Marktbedingungen seinen Tribut zollen müssen. Spannend wird sein, wie die beiden anderen großen Wettbewerber Chevron, Royal Dutch Shell und BP reagieren werden.

Inmitten der schwierigen und teils verwirrenden Marktlage hat am Freitag der britische BP-Konzernchef Bob Dudley seinen Rücktritt für Anfang Februar nach Vorlage der Jahresbilanz angekündigt. Nachfolger wird Bernhard Looney, derzeitiger Chef der Fördersparte. Auch dem leicht verwundbaren Staatsunternehmen Saudi Aramco ist die aktuelle Marktlage ein Dorn im Auge, plant die derzeit größte Erdölfördergesellschaft doch den größten Börsengang der Geschichte.

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