Kosmetik

Coty – Kosmetikriese wird zur „Familiensache“

Bei Beauty-Queen Coty kümmert sich der Milliardärs-Clan Reimann lieber selbst ums Management.
Bei Beauty-Queen Coty kümmert sich der Milliardärs-Clan Reimann lieber selbst ums Management.

_ Eigentlich war ein anderer als Chef des US-Kosmetikriesen Coty vorgesehen. Der Manager der Luxusschuhmarke Jimmy Choo, Pierre Denis, sollte seinen Namensvetter Pierre Laubies als CEO ablösen.

Für den Eigentümerclan Reimann jedoch kriselt der Beauty-Riese, dem es schon lange vor Corona an Dynamik fehlte, etwas zu stark, um ihn in fremde Hände zu legen. Kurzerhand wird umdisponiert. Nicht Denis, sondern Peter Harf rückt an die Spitze von Coty. Ihm vertrauen die Reimanns ihr eigenes Vermögen an. Harf ist Chefstratege der reimann‘schen Investmentholding JAB, als AR-Chef bei Coty jedoch auch mit der Beautygruppe bestens vertraut. Damit ist Harf der vierte in nur vier Jahren, der sich an Coty versucht.

In seiner Doppelfunktion soll Harf den kriselnden Konzern – im Q3 (per 31.3.) erzielte Coty 23% weniger Umsatz und schrieb 272 Mio. Euro Verlust – aufpolieren. Auch, um den neuen Geldgeber zu beruhigen. Immerhin hatte sich Finanzinvestor KKR jüngst bereiterklärt, 1 Mrd. US-Dollar in Coty zu pumpen. Die Finanzspritze ist Teil einer strategischen Partnerschaft, in der KKR für 3 Mrd. Dollar auch die Mehrheit (60%) an den zu Coty gehörenden Haarpflegemarken von Wella übernimmt.

Zum Glück für Coty hat sich Henkel, dem auch Interesse an Wella nachgesagt wurde, früh aus dem Rennen genommen. Die Düsseldorfer wären aktuell kaum eine so finanzstarke Hilfe wie es KKR ist. Henkel kämpft sich selbst durch die Krise. Bisher zwar ohne Kurzarbeit und Kündigungen, wie CEO Carsten Knobel jüngst betonte. Aber Corona spielt besonders der Klebstoffsparte, die am Nabel der Autos hängt, übel mit.

Bei Coty ist es indes mit einem neuen Chef und mehr Liquidität nicht getan. Der Konzern stellt sich neu auf, richtet den Fokus auf neue Powerbrands wie Kylie Cosmetics des US-Promis Kylie Jenner und investiert in die onmichannel-Präsenz der Marken. Zusätzlich soll ein strammes Sparprogramm über 600 Mio. Dollar 25% der Fixkosten senken. Mit schneller Besserung rechnet Harf indes nicht. Mindestens zwei Jahre soll es dauern, bis das Beauty-Imperium wieder zu alter Stärke gefunden hat und drei Jahre, bis die Sparziele erreicht sind.

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