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ThyssenKrupp – Das Auto steht im Fokus einer Innovationsoffensive

(17.9.2014) Mit ThyssenKrupp-CEO Heinrich Hiesinger und seinen beiden Bereichsvorständen Karsten Kroos und Heribert Fischer bauten sich im Essener Hauptquartier gestern gleich drei Ingenieure vor der dort versammelten Presse auf, um die neu gewonnene Innovationskraft des Konzerns am Beispiel des Autos möglichst glaubwürdig zu demonstrieren. ThyssenKrupp sei als Zulieferer lange unterschätzt worden, so Hiesinger. Tatsache sei aber, dass schon heute 10 Mrd. Euro oder ein Viertel des Gesamtumsatzes auf Geschäfte mit der Automobilwirtschaft entfallen. Mit der unter Hiesinger erstmals mobilisierten „Verbundkraft des Konzerns“ hat ThyssenKrupp die Zahl der entwickelten und vor Nachahmern geschützten Patente seit 2010/11 um 30% gesteigert, ebenso die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die aktuell mit gut 720 Mio. Euro jährlich knapp 2% des Umsatzes ausmachen.  

Niedrigzinsen - Pfandbriefbanken fürchten Blasen und Fehlanreize

(16.9.2014) Im Hauptberuf ist Jan Bettink Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp. Erst kürzlich ließ er sich für eine dritte 2-jährige Amtszeit zum Präsidenten des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP) wählen. Mit seinen Vorstandskollegen und seinem Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt hat er die einflussreiche Lobby-Organisation effizient aufgestellt. Für gute mediale Begleitmusik sorgt Helga Bender, die die Branche noch aus Rheinhyp-Zeiten aus dem Effeff kennt.  

Rückversicherer im Wandel

(15.9.2014) Einmal im Jahr geht es für die deutschen Rückversicherer nach Monte Carlo, um die jüngsten Branchenentwicklungen zu besprechen. Die angenehme Mittelmeerluft und die monegassischen Prachtbauten können dieses Jahr nicht über den mauen Ausblick der Branche hinwegtäuschen. Die Unternehmen kämpfen gleich doppelt gegen das Niedrigzinsumfeld. Wie alle Großanleger leiden sie unter der geringen Anlagerendite. Standard & Poor’s (S&P) geht davon aus, dass die Eigenkapitalrendite der 40 größten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren auf 7-9% sinken wird. Die Folge: Die Profitabilität bricht ein. 2015, so die Ratingagentur, soll die Schaden-Kosten-Quote der Unternehmen zwischen 98 und 104% liegen. Ab einer Quote von 100% machen sie Verluste.  

Schiffbau – Auftragsflut trotz sechsjähriger Krise

(10.9.2014) Trotz der tiefen Krise in der Schifffahrt erleben Werften eine enorme Auftragswelle und die weltweite Überkapazität von Schiffen wächst weiter. 2014 wurden Schiffe mit einer Tragfähigkeit von knapp 170 Mio. Tonnen bestellt, teilte Clarkson Research anlässlich der Schiffbaumesse SMM mit. Das ist das dritthöchste Ordervolumen aller Zeiten. Dabei liegen die Frachterlöse der Reeder immer noch 50% unter Vorkrisenniveau. In nunmehr sechs Jahren Dauerflaute waren Investitionen oder Rücklagen kaum möglich. Dennoch bauen die Reeder so viel wie lange nicht mehr. Auf Grund der hohen Treibstoffpreise benötigen sie sparsamere Schiffe. Zudem sind Schiffe durch die vielen schwachen Jahre so günstig wie nie. Wer das Geld aufbringen kann oder Investoren findet, der bestellt.  

Airbus - Überhörtes Signal

(9.9.2014) Für insgesamt 1 Mio. bzw. 0,5 Mio. Euro haben Airbus-Chef Tom Enders und CFO Harald Wilhelm in diesem Jahr bereits Aktien des eigenen Unternehmens gekauft. Ein gutes Geschäft war zumindest die erste Tranche nicht, bei der sich beide im März für 0,5 Mio. bzw. 0,25 Mio. Euro eingedeckt haben. Im August haben Enders und Wilhelm jetzt noch einmal mit den gleichen Beträgen nachgelegt.  

Entwaffnete Rüstungsindustrie

(8.9.2014) Die Waffenlobby hat zum Verteidigungskrieg aufgerüstet. 30 Vertreter zogen verbal gegen den mächtigsten Gegner der Branche, Sigmar Gabriel, zu Felde. Der Bundeswirtschaftsminister beschränkt zunehmend Waffenexporte. Für die Unternehmen geht es dabei um ihre Zukunft. Die Bundeswehr wird immer kleiner, mit der Nato lässt sich auch kaum Geld verdienen, Rüstungsschmieden wie Diehl oder Heckler & Koch sind auf das Ausland angewiesen. Noch bevor es am Freitag zu einem persönlichen Schlagabtausch in Berlin kam, machte Gabriel klar, dass ihn das Hauptargument, Arbeitsplätze schützen zu müssen, nicht beeindruckt.  

Photokina 2014– Die Fotobranche ist wieder in Aufbruchstimmung

(8.9.2014) Die Stimmung dürfte auf der in einer Woche startenden Photokina hervorragend sein. Nach aufwühlenden Jahren mit dem Systemwechsel von der analogen zur digitalen Fotografie sowie zuletzt starken Einbrüchen durch Smartphones und Tablets, mit denen Konsumenten inzwischen ebenfalls konkurrenzfähige und hochauflösende Bilder machen können, ist die Branche wieder im Aufwind. Die technologische Weiterentwicklung verläuft dabei so rasant, wie wohl nie zuvor in der 175 Jahre alten Geschichte der Fotografie. Der Wandel sorgt für eine starke Nachfrage. Besucher werden dies auch auf der weltweit wichtigsten Messe der internationalen Foto- und Imagebranche in Köln sehen können.  

Formel 1-Verkauf – Ecclestone und BayernLB pokern um Vergleich

(5.9.2014) Die Rekordsumme von 100 Mio. Dollar hatte sich Formel 1-Chef Bernie Ecclestone die Einstellung des Münchener Bestechungsprozesses kosten lassen. Doch völlig ausgestanden ist die Angelegenheit für den Formel 1-Zampano damit noch keineswegs, auch wenn ihm strafrechtlich nichts mehr geschehen kann. Denn die BayernLB, die sich von Ecclestone und ihrem wegen Bestechlichkeit verurteilten Ex-Vorstand Gerhard Gribkowsky um einen höheren Verkaufspreis für die den Münchenern nach der Kirch-Pleite zugefallenen Formel 1-Rechte geprellt fühlt, fordert von dem Briten Schadenersatz von bis zu 400 Mio. Dollar. Ecclestone war nach dem Ende des Münchener Prozesses jedoch nur zu einer Zahlung von 25 Mio. Euro bereit und setzte der BayernLB eine Annahmefrist bis zum 8. August.  

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