Nachrichten Wirtschaft

Im Wealth Mangement bringen fast nur noch Club-Deals Geld

(22.9.2014) Die überreichliche Geldversorgung der Notenbanken führt zurzeit noch nicht zu Inflation im klassischen Sinn. Vielmehr treibt das umlaufende Geld die Preise von Assets, mit denen vor allem Reiche gesegnet sind: Aktien, noch nicht an der Börse gelistete Unternehmen, Grundstücke, Häuser, Ackerland sowie Kunst. Auf Grund dieser Asset-Inflation steigt weltweit die Zahl der Multi-Millionäre und Milliardäre. Wer allerdings glaubt, Privatbanken, die das Vermögen einer betuchten Klientel verwalten, würden aus dem Vollen schöpfen, unterliegt einem großen Irrtum.  

Hongkong – Demokratie nach Pekinger Art

(18.9.2014) Den wenigsten Hongkongern dürfte schmecken, was sie von der Zentralregierung aufgetischt bekommen: Demokratie nach den Vorstellungen der allenfalls noch nominell kommunistischen Führung passt schlecht zu den eher westlichen Maßstäben der Bevölkerung der früheren Kronkolonie. Kritik am Vorgehen Pekings wird schon seit längerem mit den Mitteln einer korrupten Oligarchie unterdrückt. Die notorisch unruhige Studentenschaft der Hochschulen wird durch willkürliche Verhaftungen gezähmt und die Aussicht auf lukrative Jobs.  

ThyssenKrupp – Das Auto steht im Fokus einer Innovationsoffensive

(17.9.2014) Mit ThyssenKrupp-CEO Heinrich Hiesinger und seinen beiden Bereichsvorständen Karsten Kroos und Heribert Fischer bauten sich im Essener Hauptquartier gestern gleich drei Ingenieure vor der dort versammelten Presse auf, um die neu gewonnene Innovationskraft des Konzerns am Beispiel des Autos möglichst glaubwürdig zu demonstrieren. ThyssenKrupp sei als Zulieferer lange unterschätzt worden, so Hiesinger. Tatsache sei aber, dass schon heute 10 Mrd. Euro oder ein Viertel des Gesamtumsatzes auf Geschäfte mit der Automobilwirtschaft entfallen. Mit der unter Hiesinger erstmals mobilisierten „Verbundkraft des Konzerns“ hat ThyssenKrupp die Zahl der entwickelten und vor Nachahmern geschützten Patente seit 2010/11 um 30% gesteigert, ebenso die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die aktuell mit gut 720 Mio. Euro jährlich knapp 2% des Umsatzes ausmachen.  

Niedrigzinsen - Pfandbriefbanken fürchten Blasen und Fehlanreize

(16.9.2014) Im Hauptberuf ist Jan Bettink Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp. Erst kürzlich ließ er sich für eine dritte 2-jährige Amtszeit zum Präsidenten des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP) wählen. Mit seinen Vorstandskollegen und seinem Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt hat er die einflussreiche Lobby-Organisation effizient aufgestellt. Für gute mediale Begleitmusik sorgt Helga Bender, die die Branche noch aus Rheinhyp-Zeiten aus dem Effeff kennt.  

Rückversicherer im Wandel

(15.9.2014) Einmal im Jahr geht es für die deutschen Rückversicherer nach Monte Carlo, um die jüngsten Branchenentwicklungen zu besprechen. Die angenehme Mittelmeerluft und die monegassischen Prachtbauten können dieses Jahr nicht über den mauen Ausblick der Branche hinwegtäuschen. Die Unternehmen kämpfen gleich doppelt gegen das Niedrigzinsumfeld. Wie alle Großanleger leiden sie unter der geringen Anlagerendite. Standard & Poor’s (S&P) geht davon aus, dass die Eigenkapitalrendite der 40 größten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren auf 7-9% sinken wird. Die Folge: Die Profitabilität bricht ein. 2015, so die Ratingagentur, soll die Schaden-Kosten-Quote der Unternehmen zwischen 98 und 104% liegen. Ab einer Quote von 100% machen sie Verluste.  

Schiffbau – Auftragsflut trotz sechsjähriger Krise

(10.9.2014) Trotz der tiefen Krise in der Schifffahrt erleben Werften eine enorme Auftragswelle und die weltweite Überkapazität von Schiffen wächst weiter. 2014 wurden Schiffe mit einer Tragfähigkeit von knapp 170 Mio. Tonnen bestellt, teilte Clarkson Research anlässlich der Schiffbaumesse SMM mit. Das ist das dritthöchste Ordervolumen aller Zeiten. Dabei liegen die Frachterlöse der Reeder immer noch 50% unter Vorkrisenniveau. In nunmehr sechs Jahren Dauerflaute waren Investitionen oder Rücklagen kaum möglich. Dennoch bauen die Reeder so viel wie lange nicht mehr. Auf Grund der hohen Treibstoffpreise benötigen sie sparsamere Schiffe. Zudem sind Schiffe durch die vielen schwachen Jahre so günstig wie nie. Wer das Geld aufbringen kann oder Investoren findet, der bestellt.  

Airbus - Überhörtes Signal

(9.9.2014) Für insgesamt 1 Mio. bzw. 0,5 Mio. Euro haben Airbus-Chef Tom Enders und CFO Harald Wilhelm in diesem Jahr bereits Aktien des eigenen Unternehmens gekauft. Ein gutes Geschäft war zumindest die erste Tranche nicht, bei der sich beide im März für 0,5 Mio. bzw. 0,25 Mio. Euro eingedeckt haben. Im August haben Enders und Wilhelm jetzt noch einmal mit den gleichen Beträgen nachgelegt.  

Entwaffnete Rüstungsindustrie

(8.9.2014) Die Waffenlobby hat zum Verteidigungskrieg aufgerüstet. 30 Vertreter zogen verbal gegen den mächtigsten Gegner der Branche, Sigmar Gabriel, zu Felde. Der Bundeswirtschaftsminister beschränkt zunehmend Waffenexporte. Für die Unternehmen geht es dabei um ihre Zukunft. Die Bundeswehr wird immer kleiner, mit der Nato lässt sich auch kaum Geld verdienen, Rüstungsschmieden wie Diehl oder Heckler & Koch sind auf das Ausland angewiesen. Noch bevor es am Freitag zu einem persönlichen Schlagabtausch in Berlin kam, machte Gabriel klar, dass ihn das Hauptargument, Arbeitsplätze schützen zu müssen, nicht beeindruckt.  

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