Offshore Plattform
Heftig wurde in der jüngeren Vergangenheit in den USA über die Erschließung neuer Ölquellen im Golf von Mexiko diskutiert, nachdem die BP-Plattform in Rauch aufgegangen war und zu einer Ölkatastrophe an der Küste geführt hatte. Doch bekanntlich heilt die Zeit alle Wunden und so ist es in den rohstoffgierenden USA nicht verwunderlich, dass ausgerechnet unter Präsident Barack Obama jetzt neue Nutzungsrechte vergeben werden sollen.
Immerhin geht es dabei um rd. 38 Mio. Morgen. Der Bietprozess soll bisher nicht vergebene Offshore-Gebiete, die sich bis zu 230 Meilen vor den Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama befinden, umfassen.
Da es sich um Wassertiefen bis zu 3400 m handelt, ist die Förderung in einem hurrikangefährdeten Gebiet anspruchsvoll. Geschätzt wird, dass dort 31 Mrd. Barrel Öl und 134 Billionen Kubikfuß an Erdgas lagern. Die Minimalgebote wurden auf 100 USD/Morgen angehoben, um die Einnahmen des Staates zu erhöhen und bessere Anreize für die Förderung zu schaffen. In der Vergangenheit wurden Gebiete, die unter 100 USD an den Mann/die Frau gingen, kaum entwickelt.
Nachdem bereits die nicht ganz unumstrittenen, heimischen Shale-Gasvorkommen intensiv genutzt werden, ist jetzt der Golf von Mexiko an der Reihe, um die Abhängigkeit der USA von ausländischen Lieferungen weiter zu senken. Sicherlich kommt der Industrie der jüngste Vorstoß nicht ungelegen und es drängt sich der Verdacht auf, dass die anstehenden Präsidentschaftswahlen am Timing nicht ganz unschuldig sind. Und an der nächsten Tranche von 12 Lizenzvergaben wird bereits gearbeitet. Diese sollen bis 2017 unter den Hammer kommen. (lz)

Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.