(26.1.2012) 

Der Goldpreis machte gestern Abend einen Sprung um rund 50 US-Dollar und zog im heutigen Tagesverlauf weiter an. Die Ursache des Anstiegs liegt in der Fed-Politik begründet. Die US-Notenbank kündigte an, die Niedrigzinspolitik mindestens bis zum Jahr 2014 fortzusetzen. Ein Jahr mehr als bisher geplant.

Die Reaktion des Marktes in New York war eindeutig. Als die Federal Reserve bekannt gab, dass die Niedrigzinspolitik noch mindestens ein Jahr länger anhalten wird, deckten sich die Anleger mit Gold ein und verkauften ihre Dollars. Die Notierung der Feinunze überwand daraufhin mit einem Satz die Marke von 1 700 Dollar und notiert auf dem höchsten Stand seit Anfang Dezember. Die Angst vor einer schleichenden Inflation ist damit in den Markt zurückgekehrt. Gold wird damit wieder verstärkt als sicherer Anker in einer Zeit der Geldentwertung gesehen.

Auch charttechnisch sind jetzt alle Hürden gefallen. Nachdem bereits vergangene Woche die 200-Tage-Linie zurückerobert wurde, notiert der Preis für eine Feinunze auch über der 50- und 100-Tage-Linie. Dahinter steckt fundamental gesehen natürlich keine Nachricht, aber viele computergestützte Handelssysteme und kurzfristig orientierte Händler orientieren sich an der Charttechnik. Für die Märkte sind die Aussagen der Fed aber auch als klares Signal an den Aktienmarkt zu werten. Im Jahr der US-Präsidentschaftswahl will Barack Obama steigende Kurse sehen und setzt somit auf den nie wirklich nachgewiesenen "Vermögenseffekt" für die US-Konjunktur. Die Theorie dahinter: Wenn die Anleger höhere Depotwerte haben, fühlen sie sich wohlhabender und geben mehr aus. Für die Stimmung am Markt wird das gut sein. Ob die US-Konjunktur nach den zuletzt wieder etwas besseren Makro-Daten dadurch endlich an Fahrt gewinnt, steht aber auf einem anderen Blatt. (td)