Aufstrebendes Asien
Trotz der eigentlich fundamental besseren Verfassung der Schwellenländer litten die Emerging-Market-Bond-Fonds zuletzt wieder unter Nettoabflüssen, während ausgerechnet die US-Bond-Fonds großzügig mit Mitteln eingedeckt wurden und abermals von ihrem Nimbus als sicherer Hafen profitiert haben.
Diese Entwicklung kann Enzo Puntillo, CIO Fixed Income von Swiss & Global Asset Management, nicht nachvollziehen. Gerade Länder wie Großbritannien, die USA oder auch Kanada weisen negative reale Renditen auf. Damit gehe den Anlegern Kaufkraft verloren, ohne dass es groß auffalle. Extrem niedrig gehaltene Zinsen sind ein probates Mittel, um die Last hoher Schulden zu verringern. In den Industrieländern laufe die „financial repression“ schon auf vollen Touren. Das Risiko sei somit groß, dass die Anleger am Ende einen Teil der hohen Schulden bezahlen werden.
Umso mehr machen sich die Schweizer, die sich um die Julius Bär-Fonds kümmern, für ein Engagement in EM-Bondmärkten stark. Zum Vergleich: Brasilien bietet derzeit reale Renditen von rd. 5% in lokaler Währung. Doch genau die Währungsentwicklung im vergangenen Jahr hat viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Swiss & Global-Fondsmanager Bernhard Urech betonte denn auch auf einem Seminar in Frankfurt, dass die kurzfristigen Schwankungen schwer zu prognostizieren seien. Langfristig falle dieser Einfluss aber nicht so stark ins Gewicht. Auf Sicht von sieben bis acht Jahren habe der Währungseffekt ohnehin keinen Einfluss gehabt.
Insgesamt gewinnen lt. Feri-Senior-Fund-Analyst André Härtel die Schwellenländeranleihen bei institutionellen Investoren zunehmend an Bedeutung. Umfragen belegen, dass in den kommenden Jahren die Engagements weiter erhöht werden sollen. Dabei ist die Diversifikation der stärkste Trumpf für dieses Anlagesegment. Als größte Risiken werden jedoch die Politik (Eigentumsrechte, politische Strukturen) und die Inflation gesehen. Es verwundert deshalb nicht, dass mit den EM-Inflation-Linked-Bond-Fonds ein weiteres Anlagethema das Universum der Schwellenländer-Fonds bereichert hat. Ashmore, Amundi und Swiss & Global bieten bereits inflationsgeschützte Fonds an. Eventuell kommt demnächst noch HSBC dazu.(lz)

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